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ECO C25-C29WeißAnfänger

Lerne die Wiener Partie

Das Wiener Gambit gefällt dir? Hier erfährst du genau, was du tun musst, wenn dein Gegner den Springerzug auslässt.

Die Wiener Partie beginnt mit 1.e4 e5 2.Sc3 – eine flexible, klassische Eröffnung, die solide Entwicklung mit versteckter Aggressivität verbindet. Der weiße Springer unterstützt den späteren f2-f4-Durchbruch, das thematische Wiener Gambit, das das Zentrum und die f-Linie für einen direkten Angriff auf den schwarzen König aufreißt. Anders als beim Königsgambit entwickelt Weiß zunächst die Figuren und behält eine gesunde Struktur – damit ist die Wiener Partie eine ideale Angriffswaffe für Einsteiger. Gegen 2...Sf6 kann Weiß das scharfe Gambit 3.f4 wählen oder das ruhige 3.Lc4, bei dem das gierige 3...Sxe4 die berühmten Frankenstein-Dracula-Verwicklungen einlädt. Schwarz kontert meist mit ...d5 im Zentrum und kämpft um Ausgleich. Leicht zu lernen und trotzdem taktisch reichhaltig, lehrt die Wiener Partie Figurenaktivität, Zentrumskontrolle und Königsflügelinitiative – ganz ohne auswendig zu lernen.

Key ideas & plans

  • Weiß: Den f2-f4-Durchbruch vorbereiten und durchführen, um Linien zum schwarzen König zu öffnen; nach fxe5 gewinnt Weiß Raumvorteil im Zentrum und eine halboffene f-Linie.
  • Weiß: Im Gambit mit Sf3, d4 und Ld3/Lc4 nachsetzen, um ein breites Bauernzentrum aufzubauen und Druck auf Schwarz' vorgerückten e4-Springer zu erzeugen.
  • Schwarz: Mit dem Hauptausgleichsmittel 3...d5 ins Zentrum zurückschlagen, e4 angreifen und die Figurenentwicklung entfalten, bevor Weiß' Angriff ins Rollen kommt.
  • Weiß: Das gierige 3.Lc4 Sxe4 mit 4.Dh5 bestrafen – entweder den Bauern sauber zurückgewinnen (4...Sd6 5.Dxe5+) oder mit 5.Lb3 in den rasiermesserscharfen Frankenstein-Dracula einbiegen.
  • Weiß: Mit 3.Lc4 und einem verzögerten d3/f4-Aufbau einen klassischen Angriff anstreben – auf der Königsseite rochieren und mit f4-f5 gegen den schwarzen König vorrücken.
  • Schwarz: Mit ...Lc5/...Le7 und ...O-O schnell entwickeln und jede Schwächung von Weiß' Königsflügel ausnutzen, falls der f4-Vorstoß unvorsichtig ausgeführt wird.

Main lines

Wiener Gambit: Hauptvariante, 3...d5 4.fxe5 Sxe4 5.Sf3 Le7

Die entscheidende Hauptvariante: Schwarz schlägt mit 3...d5 zurück und Weiß nimmt ein scharfes offenes Spiel an, in dem der e5-Bauer und schnelle Königsflügelentwicklung eine komfortable, gut erforschte Stellung ergeben.

  1. 1.e4e5
  2. 2.Nc3Nf6
  3. 3.f4d5
  4. 4.fxe5Nxe4
  5. 5.Nf3Be7
  6. 6.d4O-O
  7. 7.Bd3f5
  8. 8.exf6Nxf6

Wiener Gambit: 3...d5 4.fxe5 Sxe4 5.Df3

Statt 5.Sf3 spielt Weiß das direkte 5.Df3 und übt Druck auf den e4-Springer und den d5-Bauern aus; nach dem Abtausch auf c3 erhält Weiß ein breites Bauernzentrum und eine aktive Dame.

  1. 1.e4e5
  2. 2.Nc3Nf6
  3. 3.f4d5
  4. 4.fxe5Nxe4
  5. 5.Qf3Nxc3
  6. 6.bxc3Be7
  7. 7.d4O-O

Wiener Gambit: 3...d5 4.fxe5 Sxe4 5.Sf3 Lg4

Schwarz fesselt den f3-Springer mit 5...Lg4; Weiß entwirrt sich mit De2 und schlägt zum Zentrum hin zurück – mit dem Läuferpaar und Druck die f-Linie hinunter.

  1. 1.e4e5
  2. 2.Nc3Nf6
  3. 3.f4d5
  4. 4.fxe5Nxe4
  5. 5.Nf3Bg4
  6. 6.Qe2Nxc3
  7. 7.dxc3Bxf3
  8. 8.Qxf3Nc6

Wiener Gambit: 3...d5 4.fxe5 Sxe4 5.Sf3 Lc5

Schwarz entwickelt aktiv mit 5...Lc5, doch nach d4 und Ld3 gewinnt Weiß das Zentrum und das Läuferpaar – mit halboffener b- und f-Linie für Angriffsspiel.

  1. 1.e4e5
  2. 2.Nc3Nf6
  3. 3.f4d5
  4. 4.fxe5Nxe4
  5. 5.Nf3Bc5
  6. 6.d4Bb6
  7. 7.Bd3Nxc3
  8. 8.bxc3

Wiener Gambit: 3...exf4 4.e5 Sg8

Greift Schwarz den Bauern mit 3...exf4, ist 4.e5 der entscheidende Zug – der Springer wird nach g8 zurückgedrängt; Weiß beherrscht dann das Zentrum und gewinnt den Bauern mit großem Entwicklungsvorsprung zurück.

  1. 1.e4e5
  2. 2.Nc3Nf6
  3. 3.f4exf4
  4. 4.e5Ng8
  5. 5.Nf3d6
  6. 6.d4dxe5
  7. 7.Qe2Bg4
  8. 8.Qxe5+

Wiener Gambit: 3...exf4 4.e5 De7

Schwarz versucht mit 4...De7, den e5-Bauern zu halten und die Fesselung auszunutzen, doch Weiß begegnet dem mit 5.De2 – danach zieht der Springer dennoch zurück und Weiß behält eine komfortable Initiative.

  1. 1.e4e5
  2. 2.Nc3Nf6
  3. 3.f4exf4
  4. 4.e5Qe7
  5. 5.Qe2Ng8
  6. 6.Nf3d6
  7. 7.exd6cxd6

Wiener Partie: 2...Sc6 3.f4 exf4 4.Sf3 g5 5.h4 (im Allgaier-Stil)

Gegen 2...Sc6 und das Königsgambit-ähnliche 3...exf4 4.Sf3 g5 spielt Weiß das opferreiche 5.h4 gefolgt von Sg5xf7 und lockt den König heraus – für einen gefährlichen Angriff.

  1. 1.e4e5
  2. 2.Nc3Nc6
  3. 3.f4exf4
  4. 4.Nf3g5
  5. 5.h4g4
  6. 6.Ng5h6
  7. 7.Nxf7Kxf7
  8. 8.d4

Wiener Partie: 2...Sc6 3.f4 exf4 4.Sf3 g5 5.d4 (Pierce-Gambit)

Das Pierce-Gambit: Weiß opfert den Springer mit 5.d4 und Lc4, rochiert dann und schlägt auf f3 zurück – und erhält einen gewaltigen Entwicklungsvorsprung sowie offene Linien für einen Königsflügelsturm.

  1. 1.e4e5
  2. 2.Nc3Nc6
  3. 3.f4exf4
  4. 4.Nf3g5
  5. 5.d4g4
  6. 6.Bc4gxf3
  7. 7.O-Od6
  8. 8.Qxf3

Wiener Partie: 2...Sf6 3.Lc4 Sc6 4.d3 Sa5

Ein ruhiger, solider Aufbau mit 3.Lc4: tauscht Schwarz unseren starken Läufer mit ...Sa5xc4 ab, schlagen wir zum Zentrum hin zurück und spielen ein komfortables, risikoarmes Mittelspiel.

  1. 1.e4e5
  2. 2.Nc3Nf6
  3. 3.Bc4Nc6
  4. 4.d3Na5
  5. 5.Nge2Nxc4
  6. 6.dxc4Bc5
  7. 7.O-Od6

Wiener Partie: 2...Sf6 3.Lc4 Lc5 4.d3 (Ruhiges System)

Ein praxiserprobter Aufbau, bei dem Weiß mit Lc4 und d3 entwickelt und dann einen verzögerten f4-f5-Vorstoß entfesselt, um Königsflügelraum und Angriffschancen zu gewinnen, sobald beide Seiten entwickelt sind.

  1. 1.e4e5
  2. 2.Nc3Nf6
  3. 3.Bc4Bc5
  4. 4.d3d6
  5. 5.f4Nc6
  6. 6.Nf3a6
  7. 7.f5

Frankenstein-Dracula-Variante: 3.Lc4 Sxe4 4.Dh5

Greift Schwarz gierig e4, antwortet Weiß mit dem berühmten 4.Dh5-Angriff; über Lb3 und Sb5 gewinnt Weiß das Material zurück und ergreift die Initiative gegen Schwarz' exponierte Stellung.

  1. 1.e4e5
  2. 2.Nc3Nf6
  3. 3.Bc4Nxe4
  4. 4.Qh5Nd6
  5. 5.Bb3Nc6
  6. 6.Nb5g6
  7. 7.Qf3f5

Mieses-Variante: 2...Sf6 3.g3

Das positionelle Mieses-System: Weiß fianchettiert den Königsläufer und spielt nach den zentralen Abtäuschen mit der langen Diagonale und der halboffenen b-Linie gegen Schwarz' Zentrum.

  1. 1.e4e5
  2. 2.Nc3Nf6
  3. 3.g3d5
  4. 4.exd5Nxd5
  5. 5.Bg2Nxc3
  6. 6.bxc3Bc5
  7. 7.Nf3Nc6
  8. 8.O-O

Wiener Partie: 2...Sf6 3.f4 d6 (Paulsen-Verteidigung)

Gegen das solide 3...d6 entwickelt Weiß natürlich, fesselt den c6-Springer mit Lb5 und gewinnt den f4-Bauern mit komfortablem Raumvorteil und starkem Zentrum zurück.

  1. 1.e4e5
  2. 2.Nc3Nf6
  3. 3.f4d6
  4. 4.Nf3Nc6
  5. 5.Bb5exf4
  6. 6.d4Be7
  7. 7.Bxf4

Wiener Partie: 2...Lc5 3.Sf3

Entwickelt Schwarz den Läufer früh nach c5, wählt Weiß einen ruhigen Italienisch-ähnlichen Aufbau und nutzt Sa4, um Schwarz' guten Läufer abzutauschen – mit dem Läuferpaar in einer gesunden Stellung.

  1. 1.e4e5
  2. 2.Nc3Bc5
  3. 3.Nf3Nc6
  4. 4.Bc4d6
  5. 5.d3Nf6
  6. 6.Na4Bb6
  7. 7.Nxb6axb6

Wiener Gambit: 3...d5 4.fxe5 Sxe4 5.d3

Eine direkte Alternative, bei der Weiß den e4-Springer sofort mit 5.d3 herausfordert; nach den Abtäuschen erhält Weiß das Läuferpaar sowie die halboffene b- und f-Linie für aktives Spiel.

  1. 1.e4e5
  2. 2.Nc3Nf6
  3. 3.f4d5
  4. 4.fxe5Nxe4
  5. 5.d3Nxc3
  6. 6.bxc3d4
  7. 7.Nf3Nc6
  8. 8.Be2

Wiener Partie: 2...Sc6 3.g3 (Fianchetto gegen ...Sc6)

Eine ruhige positionelle Variante: Weiß fianchettiert gegen Schwarz' ...Sc6-Aufbau, entwickelt harmonisch mit Sge2 und d3 und strebt einen langsamen Aufbau mit nachfolgendem f4 oder d4 an.

  1. 1.e4e5
  2. 2.Nc3Nc6
  3. 3.g3g6
  4. 4.Bg2Bg7
  5. 5.d3d6
  6. 6.Nge2Nf6
  7. 7.O-OO-O