Skip to content
ECO C00-C19SchwarzMittelstufe

Lerne die Französische Verteidigung

Sperr deinen Läufer ins Gefängnis – und beweise dann im Laufe der Partie, dass das von Anfang an so geplant war.

Die Französische Verteidigung beantwortet 1.e4 mit 1...e6 und bereitet 2...d5 vor, um das Zentrum des Weißen direkt anzugreifen. Schwarz nimmt dabei bewusst eine etwas beengte Stellung und einen passiven weißfeldrigen Läufer in Kauf und erhält dafür eine robuste Bauernkette, klare strategische Pläne und reichhaltige Gegenangriffsmöglichkeiten. Das zentrale Schlachtfeld ist die Bauernkette d4-e5: Schwarz untergräbt sie mit ...c5 und ...f6-Durchbrüchen, während Weiß auf Raumgewinn und Königsflügelangriffe setzt. Die Französische Verteidigung ist für ihre Zähigkeit bekannt und hat Verteidigungsspieler von Botvinnik bis zu modernen Großmeistern begleitet. Weiß kann zwischen der aggressiven Winawer-Variante, der flexiblen Tarrasch-Variante, dem raumgewinnenden Vormarsch oder dem symmetrischen Abtauschsystem wählen – daher muss der Französisch-Spieler die entstehenden Strukturen verstehen, anstatt Züge auswendig zu lernen. Wer Geduld mitbringt, wird belohnt: In vielen Mittelspielstellungen der Französischen Verteidigung kommen Schwarz' überlegene Bauernstruktur und das Damenflügelspiel im Endspiel zum Tragen.

Key ideas & plans

  • Untergrabe die weiße Bauernkette d4-e5 an ihrer Basis mit ...c5 (und oft einem späteren ...f6), erhöhe den Druck auf d4 und öffne Linien für das Gegenspiel.
  • Löse das Problem des passiven c8-Läufers: Umleitung über ...Ld7-b5/...a4, Befreiung durch ...b6 und ...La6 oder rechtzeitiger Tausch, bevor Weiß' Raumvorteil Schwarz einengt.
  • Weiß' Standardplan ist Raumgewinn mit e5, Aufstellung der Figuren auf d3/f3 und ein Königsflügelangriff (Dg4, f4-f5) – daher muss Schwarz den Königsflügel widerstandsfähig halten.
  • In der Winawer-Variante gibt Schwarz den dunkelfeldrigen Läufer für verdoppelte c-Bauern auf und zielt dann auf Weiß' geschwächten c3-d4-Komplex und die offene c-Linie.
  • Erzeuge Damenflügel- und zentrales Gegenspiel mit ...Sc6, ...Db6, ...Sf5 und einem wohlbedachten ...cxd4, um d4 als langfristiges Angriffsziel zu fixieren.
  • Steuere auf günstige Endspiele hin: Schwarz' gesündere Bauernstruktur und der Druck auf rückständige oder isolierte Bauern des Weißen entfalten ihre Wirkung oft, sobald die Damen abgetauscht sind.

Main lines

Winawer, Giftbauer-Hauptvariante (7.Dg4 Dc7)

Die schärfste Winawer-Hauptvariante: Schwarz gibt den dunkelfeldrigen Läufer auf, um die Damenflügelbauern des Weißen zu zerstören, und bietet dann g7 an, um die Initiative gegen Weiß' ungeschütztes Zentrum und die abseits geratene Dame zu ergreifen.

  1. 1.e4e6
  2. 2.d4d5
  3. 3.Nc3Bb4
  4. 4.e5c5
  5. 5.a3Bxc3+
  6. 6.bxc3Ne7
  7. 7.Qg4Qc7

Winawer, Positionsvariante 7.Sf3

Weiß weicht den scharfen Dg4-Varianten mit dem soliden 7.Sf3 aus; Schwarz nimmt die verdoppelten c-Bauern mit ...Da5-a4 ins Visier und bereitet ...Sbc6 und ...Ld7 für Damenflügeldruck vor.

  1. 1.e4e6
  2. 2.d4d5
  3. 3.Nc3Bb4
  4. 4.e5c5
  5. 5.a3Bxc3+
  6. 6.bxc3Ne7
  7. 7.Nf3Qa5
  8. 8.Bd2Qa4

Winawer, Abtauschvariante (4.exd5)

Strebt Weiß mit 4.exd5 ein ruhiges Spiel an, schlägt Schwarz zurück und entwickelt natürlich für entspanntes, ausgeglichenes Spiel – dabei wird der traditionell schlechte weißfeldrige Läufer mit ...Lf5 abgetauscht.

  1. 1.e4e6
  2. 2.d4d5
  3. 3.Nc3Bb4
  4. 4.exd5exd5
  5. 5.Bd3Nc6
  6. 6.Ne2Nge7
  7. 7.O-OBf5

Winawer, 4.a3-Variante

Gegen 4.a3 tauscht Schwarz und gewinnt den e4-Bauern; nach dem gierigen 6.Dg4 gibt Schwarz g7 zurück, erhält aber einen deutlichen zentralen Vorteil und die offene g-Linie als vollwertige Kompensation.

  1. 1.e4e6
  2. 2.d4d5
  3. 3.Nc3Bb4
  4. 4.a3Bxc3+
  5. 5.bxc3dxe4
  6. 6.Qg4Nf6
  7. 7.Qxg7Rg8

Tarrasch, Offene Variante mit 4...Dxd5

Schwarz begegnet der Tarrasch-Variante mit dem aktiven ...c5 und schlägt auf d5 mit der Dame, vermeidet einen isolierten Bauern und erreicht eine gesunde, offene Stellung mit schneller Entwicklung.

  1. 1.e4e6
  2. 2.d4d5
  3. 3.Nd2c5
  4. 4.exd5Qxd5
  5. 5.Ngf3cxd4
  6. 6.Bc4Qd6
  7. 7.O-ONf6

Tarrasch, Offene Variante mit isoliertem Damenbauer (4...exd5)

Die andere Hauptvariante in der Tarrasch: Schwarz nimmt einen isolierten Damenbauern in Kauf und erhält dafür freies, aktives Figurenspiel, die halboffene e-Linie und Angriffsmöglichkeiten.

  1. 1.e4e6
  2. 2.d4d5
  3. 3.Nd2c5
  4. 4.exd5exd5
  5. 5.Ngf3Nc6
  6. 6.Bb5Bd6
  7. 7.O-ONe7

Tarrasch, Geschlossene Variante mit 3...Sf6

Die klassische/geschlossene Tarrasch-Variante: Schwarz baut die französische Bauernkette auf und greift ihre Basis mit ...c5 und ...Db6 an, mit dem Plan der befreienden Durchbrüche ...cxd4 und ...f6.

  1. 1.e4e6
  2. 2.d4d5
  3. 3.Nd2Nf6
  4. 4.e5Nfd7
  5. 5.Bd3c5
  6. 6.c3Nc6
  7. 7.Ne2Qb6

Vormarschvariante, Hauptlinie mit 6.a3 c4

Die Hauptlinie des Vormarschs: Schwarz drückt auf d4 mit ...c5, ...Sc6 und ...Db6, verriegelt dann das Zentrum mit ...c4 und leitet einen Damenflügelbauernvormarsch mit ...b5-b4 ein, wo Schwarz die Mehrheit hält.

  1. 1.e4e6
  2. 2.d4d5
  3. 3.e5c5
  4. 4.c3Nc6
  5. 5.Nf3Qb6
  6. 6.a3c4
  7. 7.Nbd2Na5
  8. 8.Be2Bd7

Vormarschvariante, 6.Le2 mit ...Sh6-f5

Gegen 6.Le2 entwickelt Schwarz den Springer über h6 nach f5, wo er den d4-Bauern blockiert und unter Druck setzt – das Ergebnis ist eine komfortable, aktive Gleichstellung.

  1. 1.e4e6
  2. 2.d4d5
  3. 3.e5c5
  4. 4.c3Nc6
  5. 5.Nf3Qb6
  6. 6.Be2Nh6
  7. 7.O-Ocxd4
  8. 8.cxd4Nf5

Vormarschvariante, Milner-Barry-Gambit (6.Ld3)

Das Milner-Barry-Gambit: Statt den d4-Bauern zu schlagen und einem gefährlichen Angriff zu begegnen, entwickelt Schwarz ruhig mit ...Ld7 und ...Sge7-g6, neutralisiert Weiß' Initiative und behält den strukturellen Vorteil.

  1. 1.e4e6
  2. 2.d4d5
  3. 3.e5c5
  4. 4.c3Nc6
  5. 5.Nf3Qb6
  6. 6.Bd3Bd7
  7. 7.O-ONge7

Abtauschvariante, Aktives Figurenspiel

Im remisträchtigen Abtauschsystem spielt Schwarz auf Gewinn mit aktiver Entwicklung – ...Ld6, ...Se7-g6 und ...Lg4 –, lehnt stumpfe Symmetrie ab und strebt nach der Initiative.

  1. 1.e4e6
  2. 2.d4d5
  3. 3.exd5exd5
  4. 4.Nf3Bd6
  5. 5.Bd3Ne7
  6. 6.O-OBg4

Abtauschvariante, Monte-Carlo-Variante (4.c4)

Weiß' Monte-Carlo-Versuch mit 4.c4 schärft das Abtauschsystem; Schwarz entwickelt solide, rochiert und ist bereit, genau rund um die entstehenden isolierten bzw. hängenden Bauern zu spielen.

  1. 1.e4e6
  2. 2.d4d5
  3. 3.exd5exd5
  4. 4.c4Nf6
  5. 5.Nc3Be7
  6. 6.Nf3O-O

Königsindischer Angriff (2.d3)

Gegen den Königsindischen Angriff besetzt Schwarz einfach das Zentrum mit ...d5 und ...Sf6, gewinnt Damenflügelraum mit ...c5 und entwickelt harmonisch für ein entspanntes Spiel.

  1. 1.e4e6
  2. 2.d3d5
  3. 3.Nd2Nf6
  4. 4.Ngf3c5
  5. 5.g3Nc6
  6. 6.Bg2Be7

Tschigorin-Variante (2.De2)

Da 2.De2 ...d5 auf unbeholfene Weise entmutigt, wechselt Schwarz zu einem umgekehrten Geschlossenen Sizilianer mit ...c5 und einem Königsflankenfianchetto, bei dem der frühe Damenzug des Weißen fehl am Platz ist.

  1. 1.e4e6
  2. 2.Qe2c5
  3. 3.Nf3Nc6
  4. 4.g3g6
  5. 5.Bg2Bg7
  6. 6.O-ONge7